1. Inhalt der Seite

Sächsische Wanderungsanalyse gibt Aufschluss

Viele Jugendliche können sich ein Leben in Sachsen vorstellen -  Mehr Zugezogene und Rückkehrer


Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen hat im April 2017 die 2. Sächsische Wanderungsanalyse herausgegeben. Die Ergebnisse bieten interessante Einblicke in die Wanderungsgeschehnisse des Freistaates in den Jahren 2011 bis 2015. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Zielgruppen „Junge Sachsen“ (16- bis 19-Jährige) und im Zeitraum von 2010 bis 2015 „Nach Sachsen Zugezogene“ (20- bis 64-Jährige). Der Bericht enthält aufschlussreiche Informationen zu Zuzugs- und Verbleibgründen. Folgende Aussagen sind besonders hervorzuheben:

 

Junge Sachsen

Die befragten 16- bis 19-Jährigen sind sehr zufrieden mit ihrem Leben im Freistaat und blicken aufgrund einer guten Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation optimistisch in die Zukunft. Das spricht dafür, dass auch zukünftig mehr Jugendliche hierbleiben möchten. Aber auch ein stabiles soziales Umfeld aus Eltern und Freunden und eine emotionale Bindung an die Region sind dafür verantwortlich, dass sich nahezu 80 Prozent im Freistaat wohlfühlen. Die positive Bewertung der beruflichen Chancen und Ausbildungsmöglichkeiten führt dazu, dass auch in Zukunft der Trend des Hierbleibens aufrecht erhalten bleiben kann und somit das Abwanderungssaldo weiterhin auf einem geringen Niveau gehalten werden kann.

 

Nach Sachsen Zugezogene

Bei der Zielgruppe der zugezogenen Deutschen wird deutlich, dass  mehr als die Hälfte von den benachbarten Bundesländern nach Sachsen gezogen sind. Spitzenreiter sind dabei der Freistaat Bayern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die nach Sachsen Zugezogenen sind mit 33,9 Jahren ebenso deutlich jünger als der sächsische Altersdurchschnitt. Auch das Bildungsniveau zeigt eine deutliche Tendenz: 71,8 Prozent der Befragten verfügen über eine allgemeine Hochschulreife und fast 20 Prozent eine Mittlere Reife. Über die Hälfte der Zugewanderten zählen aufgrund ihrer Motive zu den sogenannten Arbeitsmigranten, das heißt, sie sind aufgrund des Arbeitsplatzes nach Sachsen gezogen. Die Gruppe der Arbeitsmigranten ist im Durchschnitt 36,8 Jahre alt. 73 Prozent dieser Zielgruppe gaben an, dass sich ihre berufliche Situation verbessert hat, bzw. gleich geblieben ist. 20 Prozent der Arbeitsmigranten behaupten jedoch, mit dem Einkommen unzufrieden zu sein.  Eine weitere Gruppe der Zugezogenen sind die Bildungsmigranten, welche im Durchschnitt auch deutlich jünger sind, da diese im Rahmen des Studiums oder der Ausbildung nach Sachsen gezogen sind. Der gute Ruf der Universitäten, vielfältige Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten und günstige Lebensbedingungen werden von den Bildungsmigranten als vorrangige Motive genannt. Die Gruppe der Familienmigranten sind mit 11,9 Prozent der kleinere Anteil der Zugezogenen. Diese Zielgruppe ist hauptsächlich nach Sachsen gezogen, weil Familienangehörige hier leben. Sie gehören also zu den klassischen sächsischen Rückkehrern, die ihren Lebensmittelpunkt wieder in der Heimat suchen. Die Familienmigranten sind mit 43,5 Jahren deutlich älter. Ein Viertel dieser sind sogar Ruheständler. Im Hinblick auf Rückkehrer ist noch hervorzuheben, dass es sich bei einem Viertel der Zugezogenen um gebürtige Sachsen handelt. Fast dreiviertel von Ihnen sind Arbeitsmigranten. Das zeigt, dass eine gute berufliche Perspektive Hauptvoraussetzung für eine Rückkehr in die Heimat ist, auch wenn sie im Rahmen der Befragung angaben, dass die Nähe zu Familie, Freunden sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Hauptmotive für die Rückkehr seien.

Den detaillierten Ergebnisbericht können Sie hier einsehen.

Quelle: © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen - 2. Sächsische Wanderungsanalyse - Ergebnisbericht

Eine Initiative des Landratsamtes.

Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein vom Sächsischen Staatsministerium des Innern gefördertes Projekt nach der Richtlinie FR-Regio.